Interview in whoHub

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FINANZEN

Welche Position haben Sie inne? Welche Verantwortung müssen Sie in Ihrer Arbeit übernehmen?

Alleiniger Inhaber der Firma, vollkommen ungebunden, mit über 100 Kunden, Zugang zu mehr als 200 Banken und über 100 Versicherungen in Düsseldorf.

Beschreiben Sie Ihren Lebenslauf. Wie würden Sie Ihre Erfahrung im Finanzbereich zusammenfassen?

Seit 30 Jahren beschäftige ich mich mit Finanzprodukten und insbesondere mit Finanzierungen hauptsächlich von Immobilien in Düsseldorf und näheren Umgebung.
Seit 2004 hauptberuflich. Nach umfangreichen Ausbildungen u.a. bei der Deutschen Bank, würde ich mich in Fragen der Immobilienfinanzierung als Fachmann bezeichnen. Nur wenige in Deutschland sind in diesem Gebiet so versiert und kompetent.
 

Gibt es einen Link oder eine Website bzw. Social Network, wo wir etwas über Sie oder Ihre Firma erfahren können?

Finanzmakler für Finanzierung Immobilie und Versicherung

Wie erarbeitet man eine Investitionsstrategie? Welche Faktoren muss man berücksichtigen?

Liquidität ist entscheidend!
Nur mit Geld kann man Geld machen. Und meisten Unternehmen und Privatpersonen, die in Schwierigkeiten geraten, fehlt es nicht an Einsatz, Kreativität oder an Geschäftsmöglichkeiten, sondern denen geht einfach das Geld aus, weil sie nicht optimal Ihre Liquiditätsentwicklung geplant und gesteuert haben.
 

Was schätzen Ihre Kunden an Ihren Dienstleistungen am meisten?

Meine ehrliche Beratung, die Kompetenz und den Blick für das Ganze. Aber vor allem den perfekten Service auch nach Abschluss eines Projektes. Gerade für den Service, werde ich immer wieder von den Kunden gelobt und das ist der entscheidende Grund, warum mich so viele Kunden weiter empfehlen.

Wie schätzen Sie den Risikofaktor ab, den ein Kunde tatsächlich bereit ist, einzugehen?

Letztlich ist dies eine Vertrauenssache. Die meisten Kunden verstehen Finanzprodukte nicht wirklich bis ins letzte Detail, sondern vertrauen einfach darauf, dass ich das für den Kunden vernünftig mache, was ich auch tue. Im Leben kann man nur zwischen verfügbaren Alternativen wählen, und wenn die Kunden ihre Situation und Wahlmöglichkeiten begreifen, dann fällt die Entscheidung letztlich leichter. Was genau ist der Risikofaktor für den Kunden, das ist ein spannendes und interessantes Thema. Wenn man sich darüber intensiv Gedanken macht und sich damit auseinander setzt, wird vieles klarer und für den Kunden verständlicher.

Ist es wichtig, Ihrer Kundenbeziehung einen persönlichen Aspekt abzuverlangen?

Ja sicher, der Kunde kauft mich als Fachmann und Person, also meine Kompetenz und meinen Service/Dienstleistung, er kauft kein Produkt.
Wenn jemand nur ein Produkt kaufen will, dann kauft er im Internet einfach direkt beim Hersteller.
Wenn er jedoch eine passende Lösung für ein Problem, und die Gewähr, dass er dieses Ziel auch erreichen kann, haben will, dann braucht er einen vernünftigen und zuverlässigen Service, und dafür werde ich letztlich bezahlt.

Wie verhandeln Sie normalerweise die Kompensation?

Der Kunde entscheidet, was er will. Ich muss nur klare Grenzen ziehen, und im Vorfeld klar machen, dass kompetente, ehrliche und ergebnisoffene Beratung etwas kostet und guter Service und perfekte Dienstleistung etwas kostet.
Ich achte darauf, dass ich allen Kunden ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis biete.
Die sich daraus ergebenen Konditionen sind jedoch nicht verhandelbar.
Manchmal entscheidet sich ein Kunde nicht sofort dafür, sondern erst wenn er bereit dafür ist.
Ich achte nur darauf, dass ich erst dann etwas Positives für den Kunde tue, wenn dem Kunden klar ist, was es kostet und der Kunde bereit ist das auch zu bezahlen, weil er verstanden hat, dass es sich für ihn lohnt.

 

Welche Fehler begehen Privatleute meistens, wenn sie investieren wollen?

…sie sparen am falschen Ende. Haben unrealistische Preisvorstellungen und unterschätzen den Zeitfaktor.
Sie handeln oft so, als Sie alle Zeit der Welt hätten und ewig leben würden, und sie planen so, als ob die Märkte sich nicht verändern würden.
Märkte verändern sich täglich.
Es geht eben nicht in erster Linie darum ein „Schnäppchen“ zu machen, sondern zu dem richtigen Zeitpunkt die strategisch richtige Entscheidung zu treffen, und Chancen dann zu nutzen, wenn sie sich bieten.
Und dann ist es kein Problem, wenn man zu diesem Zeitpunkt einen marktgerechten Preis bezahlt.

 

Es gibt Menschen, die vorzugsweise in Dinge investieren, die man „anfassen“ kann, z.B. Häuser, Kunst, Gold, etc. Ist das eine schlechte Idee?

Man sollte sich niemals in eine Geldanlage verlieben. Verlieben sollte man sich in Menschen, die einem nahe stehen, und nicht in Sachwerte oder Geldanlagen.
Es geht darum das Risiko zu minimieren, um die Sicherheit zu erhöhen. Und um das Risiko zu reduzieren muss man möglichst ausgewogen investieren, und dazu gehört nun mal auch in Sachwerte zu investieren.
Es gilt, es ist riskant in Sachwerte zu investieren, jedoch ist es auch riskant es nicht zu tun.
Und wenn man sich die Marktentwicklungen anschaut und die sehr, sehr hohe Verschuldung der entwickelten Industriestaaten anschaut, so ist es einfach nur eine Frage der Zeit, wann es zu einer starken Geldentwertung kommen wird. Und dann wird man mit Sachwerten sicher besser da stehen im Vergleich zu Geldwerten.

 

Welchen Prozentsatz seines Einkommens muss ein 30 Jahre alter Arbeitnehmer für seine Zukunft investieren?

Müssen, muss ein Mensch gar nichts, außer irgendwann sterben.
Nein es geht um Lebensplanung und Finanzplanung und um eine realistische Auswahl an möglichen Optionen. Und wenn ein 30-jähriger weniger spart, dann wird er länger arbeiten müssen und bestimmte Ziele gar nicht rechtzeitig erreichen können.
Meine Aufgabe ist realistisch dem Kunden seine tatsächlichen verfügbaren Optionen aufzuzeigen, und den Beitrag den er sparen möchte möglichst effizient anzulegen, und möglichst Fehler des Kunden zu vermeiden. Außerdem will ich den Kunden vernünftig betreuen, und manche Kunden brauchen einfach ihre Zeit, bis sie manche Zusammenhänge begreifen.
Letztlich gibt es die Staatlichen Förderungen (Riester, Betriebsrente) und da macht es Sinn, wenn möglich die Förderungen voll auszuschöpfen. Und der 30-jährige sollte ein eigenes Dach über dem Kopf haben, sprich Wohneigentum, welches so finanziert ist, dass er vor Rentenbeginn keine Hypothek mehr hat.
Außerdem sollte er jederzeit eine ausreichende Notfallreserve haben und gezielt in die Ausbildung der Kinder investieren.
Eine gute Erfahrung habe ich mit der Pareto-Regel gemacht, 80/20 Regel.
20% seines Einkommens auf ein separates Konto zu überweisen, von dem dann alle Versicherungen, Kredite, kurzfristigen Sparanlagen und langfristigen Sparanlagen abgebucht werden. Und je nach Lebenssituation kann man zusammen mit dem Kunden, dann eine Feinsteuerung durchführen, und die Gewichtung der einzelnen Bereiche verändern und an die jetzige Lebenssituation anpassen und optimieren.
Lange Rede kurzer Sinn, 20%. Nur das gilt nicht nur für 30-jährigen, sondern auch für den 1-jährigen und den 80-jährigen.

 

Ein Freund schlägt mir vor, in sein Geschäft zu investieren. Welche Vorsichtsma?nahmen muss ich treffen?

Erst mal muss klar sein, ist der Kunde nur Kapitalgeber, also Bank, oder will der Kunde Miteigentümer werden? Wenn der Kunde Miteigentümer werden möchte, will er in das operative Geschäft miteingreifen oder nicht.
Es gilt der „Starke“ ist am stärksten allein.
Also warum fragt der Freund nach einer Beteiligung? Bekommt er kein Geld von der Bank? Insbesondere die Kfw, die ja Existenzgründer massiv unterstützt, man muss nur richtig fragen, sollte man berücksichtigen.
Oder kann der Freund das Geschäft nicht alleine aufziehen? Braucht er operativ Hilfe?
Grundsätzlich würde ich immer und ohne Ausnahme meinem Kunden davon abraten 50/50 Geschäfte und Joint-Ventures zu eröffnen, das geht sicher schief, ist nur eine Frage der Zeit. Es muss klar sein, wer der Chef, und wer der Mitarbeiter ist. Es kann für einen Bereich nur einen Chef geben.
Also sauber und überschneidungsfrei die Bereiche trennen, wenn man schon gemeinsam die Firma aufziehen möchte.
Außerdem sollte man schon vorher genau festlegen, und welchen Bedingungen man sich wieder trennen kann, quasi vorher einen „Ehevertrag“ abschließen. Wem Patente und das Know-How der Firma gehört und wer und für was die Haftung übernimmt.
Und vor allen sich Gedanken der Absicherung machen, was wenn dem einen oder anderen etwas zustößt, Todesfall, Unfall, Krankheit, Pflegefall, Scheidung usw.Letztlich ist eine Beteiligung ein Geschäft, nicht vergessen. Und mit Freunden Geschäfte zu machen, hmm…? Im Zweifel würde ich meinem Kunden eher davon abraten.

Wie lehrt man persönliche Wirtschaftslehre? In welchem Alter sollten Kinder lernen, ihre eigenen Kostenvoranschläge zu verwalten?

Realistische Zukunftsplanung sollte man schon so früh wie möglich lernen.
Wobei ich ehrlich zugeben muss, nicht so recht die Frage „Kinder lernen, ihre eigenen Kostenvoranschläge zu verwalten“ verstehe.
Einfach Management, Verwaltung und Verteilung knapper Ressourcen.
Ziele die man hat genau definieren und beziffern. Das Maß der Ressourcen, die zum Erreichen dieser Ziele gebraucht werden, bestimmen. Und abklopfen, ob für das Erreichen dieses Ziels, die Bereitschaft besteht, die notwendigen Ressourcen einzusetzen.
Ein Kind möchte einen Lolly, braucht dafür 50cent und was muss es bis wann dafür tun, und wie kann er das umsetzen. Ist ihm der Lolly so wichtig, dass er bereit ist dafür das notwendige zu tun? Wenn ja, sofort damit anfangen. Ich muss als Vater nur dann sicherstellen, dass auch ich mich an getroffenen Vereinbarungen auch halte, und nicht während des Spiels die Spielregeln verändere. Weder für das Kind oder gegen das Kind.
Was Eltern sehr gerne machen, was aber für Kinder nicht gut ist.

 

Wie sicher sind die Banken und die staatliche Garantie in Hinblick auf Depots?

Der Staat hat ca. 2000 Mrd. € Schulden, und ca. 1300 Mrd. € Sparbuchanlagen gibt es in Deutschland.
Welchen Wert hat die staatliche Garantie, neben dem des psychologischen Placebo-Effektes, genau -2000 Mrd. €, also „etwas“ weniger wie Null.
Wer das begreift, der strukturiert seine Vermögensanlagen etwas anders, wahrscheinlich etwas weniger in Sparbüchern und Bundesanleihen.

Bitte nennen Sie einige berühmte Millionäre, die Sie für die Art und Weise bewundern, wie diese ihr Geld gemacht haben.

Warren E. Buffet, Akio Morita (Sony).

Wo suchen Sie nach Rat und Dokumentation, wenn Sie an einer Idee arbeiten, die sich am Rande der Legalität bewegt?

Ich arbeite nicht an Ideen am Rande der Legalität.

Welche sind die objektivsten und zuverlässigsten Informationsquellen des Marktes, die Sie anwenden?

Menschen mit Erfahrungen einfach direkt fragen. Das Internet. Manchmal Bücher.

Wie sieht Ihr Datenschutz aus?

Ich spreche nicht mit anderen Kunden und Geschäftspartner über die persönlichen Dinge eines anderen Kunden.
Ich sichere die Daten der Kunden mehrfach, verschlüsselt und lokal, nicht im Internet.
Die Computer sind mit Firewalls und Viren Programmen gesichert, und alle Computer sind mit mindestens 12bit Passwörtern mehrfach geschützt.
Trotzdem weiß ich, dass selbst die CIA, nicht in der Lage ist, Ihre Daten wirklich sicher zu schützen, und es keine 100% Sicherheit auf dieser Welt gibt.
Ich kann nur mein Bestes geben, um mich um Datenschutz so gut es geht bemühen. Mehr kann ich nicht machen.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft auf lange Sicht? Wohin verläuft Ihre Karriere?

Wenn ich 300 zufriedene Kunden habe, die Ihre gesamten Finanzen und Versicherungen in meine Hände gelegt haben, aktuell sind es gut 100 Kunden, dann werde ich diese 300 Kunden vernünftig betreuen und von den Bestandsprovisionen ein normales Leben führen können.
Das reicht mir völlig. Ich rede viel über Geld, in meinen Beruf dreht es sich um Geld, ist weiß jedoch, dass Geld bei weitem nicht alles ist.

Ein guter Refrain oder ein aktuelles Motto über das Thema Geld:

Wer Geld hat, lässt andere für sich arbeiten. Wer kein Geld hat, arbeitet für andere.

Whohub
[podobro] Sokol Mihajlovic
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© Sokol Mihajlovic
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